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Im Februar 2003 kommen in Ulsenheim 20 junge, fränkische Weinbauer
zusammen. Einige von ihnen haben gerade erst die Winzerprüfung
hinter sich.
Die sympathischen jungen Männer und Frauen wollen ein Konzept
für einen neuen Wein erarbeiten. Dafür bringt jeder sein
Wissen, seine Stärken ein und die Offenheit, voneinander
zu lernen. Der Wein soll vieles vereinen: die Jungwinzer, die große
Vielfalt der mittelfränkischen Landschaft und Böden, auf
denen ihr Wein wächst, sowie ein Gefühl von Frühling,
Schmetterlingen und Leichtigkeit.
Das Ergebnis ist ein neuer weißer Jahrgangswein: der "vielfalter".
Der "vielfalter" soll
hauptsächlich junge, moderne Menschen ansprechen, die sich
ohne Vorwissen für einen Wein entscheiden wollen. Lange waren
deutsche Weine nicht sehr beliebt bei Weintrinkern. Zwar stellen
mittlerweile wieder viele Menschen fest, dass auch deutsche Winzer
gute Qualitätsweine herstellen, aber immer noch kritisieren
sie die altmodische, unsinnliche Gestaltung der Flaschen und Etiketten.
Außerdem findet der Käufer ohne Vorkenntnisse in der
unübersichtliche Menge der Weine, die aus aller Welt angeboten
werden, kaum wiedererkennbare Produkte mit eigenem Aussehen oder
klaren Beschreibungen. Das ist beim "vielfalter"
anders: Er ist übersichtlich, modern gestaltet und strahlt
trotzdem Sinnlichkeit aus. Ein kurzer Text auf dem Vorderetikett
erzählt jedes Jahr Neues über den "vielfalter"
.
Auf dem Rücketikett zeigt der Wein zusätzliche Informationen
über seine Herkunft und seinen Charakter. Die Grafikdesignerin
Simone Wege und die Texterin Jutta Krautscheid vom Grafik-Büro
Wege in Köln haben dem "vielfalter"
so ein sehr persönliches Erscheinungsbild gegeben.
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Und auch die Auswahl der Flasche unterstützt diese klare Persönlichkeit:
Der "vielfalter" erscheint
nicht im typisch fränkischen Bocksbeutel, sondern in einer durchsichtigen,
leicht getönten schlanken Flasche.
Aber nicht nur das Aussehen, sondern auch die Entstehung und der Geschmack
des "vielfalters" sind
besonders. Die Region Mittelfranken stellt mit circa 300 Hektar nur
einen kleinen Anteil des Anbaugebietes Franken dar. Für viele
Weinfreunde ist diese Region, in der die unterschiedlichsten Arten
von bunten Tagfaltern leben, bisher leider wenig bekannt. Auf den
weichen Hügeln, am Rande des Steigerwaldes wachsen die Reben
auf einem ganz besonderen Terroir: dem Gipskeuper. Vor ungefähr
200 Millionen Jahren entstanden diese Böden in einer großen
Lagune. Heute befindet sich hier eine artenreiche Kulturlandschaft
auf kargen Böden mit einem trockenen Klima die Weinberge
liegen vielfach zwischen Obstanlagen und Wiesen.
Die "vielfalter"-Winzer
haben ihre Weinberge einem strengen, klar definierten "vielfalter"-Qualitätsmanagement
unterzogen: Alle Flächen für die Erzeugung des späteren
"vielfalter"-Weines werden in der Wachstumsperiode mehrfach
von den Mitgliedern zusammen mit einem Weinbaufachberater begangen.
Dabei berät man sich über qualitätsfördernde Maßnahmen
und Ertragsregulierungen, wie das Entfernen von schwachen Trieben
und eine schonende Entfernung der Blätter, um die Trauben der
Sonne auszusetzen. Kurz vor der Lese wird der Reifezustand der Trauben
geprüft. Dabei sind nicht allein die Oechsle-Grade, also der
Zuckergehalt in den Trauben ausschlaggebend. Die Trauben müssen
auch wohlschmeckend sein und eine gute Farbe aufweisen. Nur gesunde,
voll reife Trauben werden dann für die Lese des "vielfalters"
verwendet. Dass in den Weinbergen umweltschonend gearbeitet wird,
versteht sich von selbst.
Nach der Lese werden die Trauben für den "vielfalter"
schonend gepresst. Der "vielfalter"
-Most wird dann sofort geklärt und kühl vergoren, bei 16
bis 18 Grad. Diese kühlen Temperaturen sorgen für eine lange
Gärung. So bleiben die Fruchtaromen im Wein erhalten und können
nicht, wie es früher häufig der Fall war, durch eine stürmische
Gärung aus dem Wein in den Keller entweichen. Außerdem
bildet sich durch die lange Gärzeit eine feine Kohlensäure
im Wein, die dem "vielfalter" Jugendlichkeit und Frische
verleiht. Lange bleibt der "vielfalter"-Jungwein
auf der Feinhefe, seiner "Mutter" liegen. Die Hefe gibt
in dieser Zeit geschmacksbildende Stoffe an den Wein ab und es entsteht
die Fülle und Komplexität des späteren "vielfalters".
Der Prozess der Feinhefelagerung kann bis in den Januar dauern. In
dieser Phase, in der dem Wein Ruhe und Zeit gewährt wird, herrscht
bei den Winzern Unruhe und Aufregung. Denn jetzt finden die ersten
Verkostungen der jungen Weine statt. Jeder Winzer stellt sich die
Frage: Ist mein Wein geeignet für die "vielfalter"-Cuvée?
Hat sich meine Arbeit, meine Entschlossenheit und meine Leidenschaft
gelohnt?
Alle Weine werden im Rahmen des "vielfalter"-Qualitätsmanagements
unter fachkundiger Aufsicht eines staatlichen Oenologen verdeckt und
neutral mehrfach verkostet. Nur Weine, die nach Abschluss dieser Verkostungen
dem Geschmacksprofil entsprechen werden für die "vielfalter"-Cuvée
freigegeben. Sorgfältig und kunstvoll verbinden die einzelnen
Winzer nun die Rebsorten Müller-Thurgau und Bacchus zur "vielfalter"-Cuvée.
Nach der Füllung und Etikettierung steht das besondere Geschmackserlebnis
des "vielfalter" zum
Kauf bereit. Immer Ende Februar da hat für die Winzer
schon längst wieder die Arbeit am neuen "vielfalter"
begonnen.
In diesem Frühjahr erscheint der "vielfalter"
erstmals mit dem Jahrgang 2003. Die Trauben dieses Jahrgangs haben
einen verschwenderischen Sommer mit sehr viel Sonne genossen. Sie
geben dem "vielfalter"
einen frischen, saftigen Charakter und eine klare, lebendige Struktur
mit lang anhaltendem, intensivem Geschmack. Die weiche reife Fruchtigkeit,
an Birnen und Bananen erinnernd, duftet leicht nach Zitrusfrüchten
und grünen Äpfeln. Gut gekühlt bei 8 bis 10 Grad Celsius,
an heißen Tagen auch eisgekühlt, ist der "vielfalter"
ein Genuss.
Kontakt und Information:
www.dervielfalter.de
Bernd Hofmann
Oberndorfer Straße 20
91472 Ipsheim
Tel: 0 98 46-7 27
info@dervielfalter.de
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